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Neues Diskussionspapier: Arbeitsbelastungen und Unterschiede in der Gesundheit

Neues Diskussionspapier: Arbeitsbelastungen und Unterschiede in der Gesundheit

Eine empirische Untersuchung der Unterschiede zwischen Einheimischen und Personen mit Migrationshintergrund in der Arbeitsbelastung und ihrem Einfluss auf die individuelle Gesundheit.

Arbeitsbelastungen können nachteilig auf die individuelle Gesundheit wirken. Unterschiedliche Berufe sind mit spezifischen Mustern der Gesundheitsentwicklung verbunden und die Berufswahl kann gesundheitliche Unterschiede in der Gesellschaft erklären. Trotz einer umfangreichen Literatur zu Unterschieden zwischen Einheimischen und Personen mit Migrationshintergrund in der Berufswahl und im Gesundheitsverhalten sind die Unterschiede in der Arbeitsbelastung und ihr Einfluss auf die individuelle Gesundheit bisher kaum erforscht.

"An Empirical Assessment of Workload and Migrants' Health in Germany" von Kai Ingwersen und Stephan Thomsen ist als IZA Discussion Paper No. 13962 erschienen und untersucht gerade diese Zusammenhänge empirisch. Basierend auf Daten der Arbeitskräfteerhebung für die Jahre 2006, 2012 und 2018, die eine detaillierte Charakterisierung der beruflichen Bedingungen möglich macht, werden ein umfassendes Set von arbeitsbezogenen Aspekten, z.B. Arbeitsaufgaben, Arbeitsanforderungen und Arbeitsbedingungen, berücksichtigt.

Die empirischen Ergebnisse zeigen eine erhöhte Wahrnehmung der Arbeitsbelastung und den damit verbundenen gesundheitlichen Problemen bei Personen mit Migrationshintergrund. Das Arbeiten an der Kapazitätsgrenze wirkt sich hierbei besonders stark auf die emotionale Erschöpfung aus. Ein gutes Arbeitsklima ist dagegen klar förderlich für die Gesundheit. Die Analysen zeigen weiter, dass Einheimische im Durchschnitt sowohl körperlich als auch psychisch höher belastet als Personen mit Migrationshintergrund sind. Der schlechtere mittlere Gesundheitszustand von Personen mit Migrationshintergrund könnte daher weniger in den Arbeitsbelastungen, sondern eher in der geringeren Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen begründet sein.