In den „Innovationsindikatoren Chemie und Pharma“ werden mit wechselnden Schwerpunktthemen regelmäßig aktuelle Entwicklungen und Trends bei Forschung, Entwicklung und Innovation im Wissenschafts-, Technologie- und Industriefeld Chemie und Pharma untersucht.
Auch in diesem Jahr hat das Center für Wirtschaftspolitische Studien (CWS) gemeinsam mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag des Verbands der Chemischen Industrie e.V. (VCI) eine Kurzstudie dazu erstellt.
Die zentralen Ergebnisse der verschiedenen Indikatoren sind dabei folgende:
FuE-Ausgaben: Chemieindustrie (2023: 5,7 Mrd. €) und Pharmaindustrie (9,9 Mrd. €) zählen zu größten FuE-Branchen der deutschen Wirtschaft, die FuE-Dynamik ist seit 2010 in Pharma (+105 % zu laufenden Preisen) höher als in der Chemie (+64 %)
FuE-Personal in der Wirtschaft: 2023 waren in der deutschen Chemieindustrie etwa 24.300 Personen in FuE eingesetzt (7,0 % aller Beschäftigten) und in der Pharmaindustrie ca. 23.200 Personen (16,3 % aller Beschäftigten)
Internationale Position bei FuE: auf deutsche Unternehmen entfallen 14,1 % der globalen FuE-Ausgaben der größten Chemiekonzerne, in Pharma sind es nur 5,1 % (2024)
Patentanmeldungen: 9,4 % aller Chemiepatente und 4,4 % aller Pharmapatente von Erfindern aus Deutschland (2023), Anmeldezahlen in Chemie und Pharma in Deutschland seit 2010 rückläufig
Innovationsbeteiligung: 2023 waren 88 % der Chemie- und 91 % der Pharmaunternehmen in Deutschland innovativ tätig, der Anteil der kontinuierlich forschenden Unternehmen (59 bzw. 55 %) höher als in jeder anderen Industriebranche
Innovationserfolge: Umsatzanteil von Produktinnovationen lag 2023 bei 14 % (Chemie) und 10 % (Pharma), wobei Marktneuheiten 2,0 % (Chemie) bzw. 3,2 % (Pharma) des gesamten Branchenumsatzes ausmachten
Exporte forschungsintensiver Waren: hoher Außenhandelsüberschuss bei Pharmawaren (2024: 41 Mrd. €), ausgeglichener Saldo bei Chemiewaren, deutscher Welthandelsanteil 15,0 % in Pharma und 7,7 % in Chemie (2022)
Wissenschaftler: 2023 waren in Deutschland ca. 17.000 Wissenschaftler im Fach Chemie und ca. 2.300 in Pharmazie tätig, hoher Anteil von Drittmittelpersonal an Hochschulen (2023: Chemie 38 %, Pharmazie 27 %)
Wissenschaftliche Publikationen: 4,2 % aller Chemiepublikationen und 3,8 % aller Pharmaziepublikation aus Deutschland (2024), das ist Rang 5 bzw. Rang 6 unter allen Ländern
Studierende: Anzahl der Studienanfänger in Chemie seit 2017 rückläufig, 2023 stellte das Fach Chemie 1,7 % aller Studienanfänger und 1,3 % aller Absolventen in Deutschland, Promotionsquote in Chemie (2023: 55 %) höher als in allen anderen Fächern, aber aktuell rückläufig
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