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Neues Diskussionspapier: Explaining Regional Disparities in Housing Prices across German Districts

Neues Diskussionspapier: Explaining Regional Disparities in Housing Prices across German Districts

Der starke Anstieg der Wohnimmobilienpreise in Deutschland während der letzten Dekade war vor allem nachfragegetrieben. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Lars Brausewetter, Stephan L. Thomsen und Johannes Trunzer.

Im aktuellen Diskussionspapier "Explaining Regional Disparities in Housing Prices across German Districts" untersuchen Stephan L. Thomsen und Johannes Trunzer gemeinsam mit Lars Brausewetter (IWH Halle) die regionale Entwicklung der Wohnimmobilienpreise in Deutschland im Zeitraum 2008 bis 2019. Hierfür nutzen die Autoren qualitätsbereinigte Mietpreise sowie Kaufpreise für Häuser und Wohnungen auf Kreisebene aus dem RWI-GEO-REDX Datensatz des FDZ Ruhr am RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung.

Im globalen Vergleich entwickelten sich die Immobilienpreise in Deutschland lange Zeit unterdurchschnittlich. Seit der letzten Dekade hat Deutschland jedoch ein beispielloses Wachstum erlebt, das erhebliche räumliche Unterschiede aufwies. So stiegen die Preise besonders stark in den Top-7-Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf), im Süden Deutschlands sowie in denjenigen Regionen, in denen das Preisniveau bereits 2008 schon hoch war. Anzeichen für eine Blasenentwicklung in der Breite des deutschen Immobilienmarkts finden die Autoren nicht – wohl aber in den größten deutschen Städten, wo sich die Kaufpreise zunehmend von den Mietpreisen entkoppelten. Zuletzt werden regionale Faktoren ermittelt, die das Preiswachstum am besten erklären können. Veränderungen in der Bevölkerungsdichte und im Anteil akademisch qualifizierter Beschäftigter erklären allein mehr als die Hälfte der regionalen Unterschiede im gesamten Preiswachstum im Zeitraum 2008 bis 2019. Dies deutet auf einen nachfragegetriebenen Anstieg der Kaufpreise und Mieten hin, insbesondere durch Bevölkerungswachstum und die Selektion hochqualifizierter Arbeitskräfte. Kurzfristig scheint zudem auch eine zunehmende Kaufkraft (gemessen am durchschnittlichen Haushaltseinkommen) das Preiswachstum zu befördern. Eine Erhöhung der Wohnfläche pro Kopf trägt hingegen kaum zu einer Dämpfung der Preisentwicklung in der kurzen Frist bei.

Die Studie ist als IZA Discussion Paper No. 15199 und als IWH Discussion Paper No. 13/202 erschienen.