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Neues Diskussionspapier: Did the “Bologna Process” Achieve its Goals? 20 Years of Empirical Evidence on Student Enrolment, Study Success and Labour Market Outcomes

Neues Diskussionspapier: Did the “Bologna Process” Achieve its Goals? 20 Years of Empirical Evidence on Student Enrolment, Study Success and Labour Market Outcomes

Mehr als 20 Jahre nach dem Beginn des Bologna-Prozesses ist die empirische Evidenz zu dessen Auswirkungen überraschend klein und uneindeutig. Dies zeigt eine aktuelle Literaturanalyse.

Im aktuellen Diskussionspapier "Did the 'Bologna Process' Achieve its Goals? 20 Years of Empirical Evidence on Student Enrolment, Study Success and Labour Market Outcomes" geben Stephan L. Thomsen und Johannes Trunzer gemeinsam mit Martina Kroher (LCSS, Leibniz Universität Hannover) und Kathrin Leuze (Friedrich-Schiller-Universität Jena) einen Überblick über die empirische Literatur zum Bologna-Prozess.

Initiiert im Jahr 1999, sollte ein einheitlicher europäischer Hochschulraum geschaffen werden, der die Zahl der Studierenden erhöhen und ihre Mobilität und Beschäftigungsfähigkeit fördern sollte. Damit verbunden ist auch die europaweite Etablierung eines zweistufigen Systems aus Bachelor- (BA) und Master-Studiengängen (MA). Mehr als 20 Jahre nach dem Beginn der Bologna-Reform untersucht das Diskussionspapier, ob die zentralen Ziele erreicht wurden, und trägt hierfür quantitative Artikel aus Soziologie und Ökonomie zusammen. Es wird festgestellt, dass die Literatur erstaunlich klein, selektiv und uneindeutig ist. Während die Reform die Studienanfängerzahlen in Ländern mit einer schnellen Umsetzung offenbar erhöht hat, lässt sich in anderen Ländern kein solcher Effekt erkennen. Die Evidenz zum Studienerfolg ist uneinheitlich und zur Mobilität der Studierenden kaum vorhanden. Die Ergebnisse zu den Arbeitsmarkterträgen sind hingegen konsistenter und zeigen, dass BA-Absolventinnen und -Absolventen geringere Arbeitsmarkterträge erzielen als Absolventen mit MA oder traditionellen Abschlüssen. Insgesamt lassen die Studien aber oft keine kausalen Schlüsse zu und liefern nur ein bruchstückhaftes Bild, was evidenzbasierte Anpassungen in der Umsetzung der Reform erschwert. Weitere Forschungsarbeiten mit besseren Daten, moderneren Methoden und tieferen theoretischen Überlegungen sind somit erforderlich.

Die Studie ist als IZA Discussion Paper No. 14757 und als LCSS Working Paper No. 10 erschienen.